Sachthema: Streunerhunde

Eine italienische Langzeit-Studie (2000-2013) weist darauf hin, dass weder Kastration noch Vermittlung die Streunerhund-Population reduziert
In einer aktuellen Langzeitstudie werden Daten über die Streunerpopulation einer italienischen Provinz aus den Jahren 2000 bis 2013 ausgewertet. Die bisher verfolgte Strategie mit umfassenden Kastrationsmaßnahmen (Einfangen-Kastrieren-Wiederausetzen oder Vermitteln) hat nicht zu einer Verringerung der Streuner-Population geführt, weil sie nur das Smyptom, aber nicht die Wurzel des Problems bekämpft. Statt der - auf Grund der Kastrationsmassnahmen zu erwartenden - Alterung der Population ist das Gegenteil festzustellen. Eine Strategie, die effektiv sein soll, muß zwingend bei den Hundehaltern vor Ort ansetzen.
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Maßnahmen zur Kontrolle von Streuner-Hunden in einer italienischen Provinz (2000-2013): Ist die bisher umgesetzte Strategie effektiv?
Zusammenfassung
In Italien werden Standards für das Management von Streunerhunden durch regionale Bestimmungen festgelegt, wodurch die Ansätze im ganzen Land stark variieren. Trotz der Bemühungen der zuständigen Behörden, gibt es Streunerhunde immer noch, was Auswirkungen auf die Tiergesundheit, den Tierschutz und die öffentlichen Kosten hat. Ein ähnliches Szenario ist auch in vielen anderen Landkreisen im mediteranen Raum oder im Balkan zu finden.
Hier präsentieren wir die Daten von 14 Jahren (2000-2013), geliefert vom Aufnahmeregister, des für das Einfangen von Streunerhunden zuständigen staatlichen Tierheims (PS = publik shelter) einer italienischen Provinz. Das Ziel dieser retrospektiven Studie war es, die lokale Population von Streunerhunden zu beschreiben, deren Herkunft zu identifizieren und die Wirksamkeit der von den lokalen Behörden durchgeführten Maßnahmen zu bewerten. Im untersuchten Zeitraum wurden 7475 Hunde im PS registriert.
Trotz eines intensiven Kastrationsplanes (mit durchschnittlich 381,7 Kastrationen** pro Jahr), verringerte sich die Gesamtzahl der Hunde die im PS aufgenommen wurden, über die Jahre hinweg nicht. Die Ergebnisse weisen auf mangelndes Verantwortungsbewusstsein der Halter hin, die ihre Hunde weder kastrieren noch kennzeichnen, intakte Tiere frei streunen lassen und damit unkontrollierte und unerwünschte Würfe produzieren.

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